Einsätze 2007

Einsatzübung

34. 30. Mai 2007 - 17.29 Uhr Einsatzübung


Die Freiwilligen Feuerwehren Ammendorf, Büschdorf und Kanena führten Mittwoch Abend eine Einsatzübung in der Sekundarschule Zeitzer Straße durch. Mit dem Ziel, des selbständigen Handelns der Einsatzleitung und der Gruppenführer nach der vorgefundenen Lage, sowie das taktische Vorgehen bei der Menschenrettung, führt der Abschnitt Süd mehrmals im Jahr verschiedene Einsatzübungen durch. Geübt wurde dieses Mal ein Brandfall in einer Schule während des Schulbetriebes. Dabei ereignete sich folgendes Szenario: An diesem Tag führt die Schule einen Projekttag durch. In dem Chemieraum im 2. Obergeschoss wurden unter Verwendung einer Propangasflasche und einem Brenner die brennbaren Eigenschaften von Stoffen erprobt. Durch die Unachtsamkeit eines Schülers stürzte ein Brenner um und entzündete die Einrichtung. Die Schüler versammelten sich an den Fenstern und öffneten diese, um frische Luft rein zu lassen. Der Lehrer versuchte vergeblich die Ausbreitung des Feuers zu verhindern und zog sich dabei eine Rauchvergiftung zu. Diese Lehrkraft stellte fest, dass es keine Chance gibt das Feuer aufzuhalten und rettete die Schüler. Dabei brach er bewusstlos zusammen. Fast alle Jugendlichen konnten noch schnell aus dem Brandraum ins Treppenhaus flüchten. Für ein Kind und den bewusstlosen Lehrer war es zu spät. Alle beide waren im Klassenraum gefangen und der Schüler stand am Fenster und schrie um Hilfe. Die Schüler, die den Raum verlassen konnten, informierten die Schulleitung über den Vorfall und diese löste den Hausalarm aus und setzte den Notruf ab. Durch die offen stehende Klassenraumtür drang dicker schwarzer Rauch in den Hausflur. Nach Ertönen des Hausalarms verließen alle Schüler das Schulgebäude. Durch die Rauchentwicklung im Obergeschoss verblieben zwei Lehrkräfte im gegenüber liegenden Vorbereitungsraum in dem Zimmer und legten Tücher vor die Türschlitze, um dem Rauch das Eindringen zu erschweren. Die Lehrer bemerkten den Brand erst zu spät und entschieden in den vermeintlich sicheren Raum zu verweilen bis Hilfe kommt. Währendessen trafen die drei Freiwilligen Feuerwehren, die Polizei und 2 Rettungswagen mit Sondersignal an der Einsatzstelle ein. Einige Anwohner dieser Straße standen aufgeregt auf Ihren Balkonen und stellten erst im Nachhinein fest, dass es sich um eine Übung handelt. Verängstigt mit lauten Hilferufen und von dicken Rauchschwaden umgeben, stand der Schüler im 2. Obergeschoss am Fenster. Der Einsatzleiter handelte schnell und behielt auch bei diesem Großeinsatz einen kühlen Kopf. Sofort wurde die Drehleiter auf dem Schulhof in Stellung gebracht und der Schüler mit dieser vom Fenster gerettet. In sicheren Händen der Rettungskräfte berichtete der Schüler, dass in dem Raum noch ein Lehrer lag. Die groß angelegte Rettungsaktion war bereits im vollen Gange. Die Wasserversorgung wurde aufgebaut und die Trupps betraten in kompletter Schutzausrüstung die Schule. Nach der Evakuierung der Schüler auf den Sammelplatz wurde festgestellt, dass 2 Schüler und der Hausmeister nicht am Sammelplatz eingetroffen waren und neben den Personen im Brandraum noch vermisst werden. Die Feststellung über die vermissten Personen wurde sofort dem Schulleiter und dem Einsatzleiter mitgeteilt. Währendessen hatte der Angriffstrupp Ammendorf den Bandraum im 2. Obergeschoss erreicht. Hier war es wichtig, dass die Rauchschutztüren in den Fluren nach dem Betreten der Feuerwehr sofort wieder verschlossen wurden, um die Ausdehnung des giftigen Brandrauches im Haus zu verhindern. Mit einer Crashrettung wurde der bewusstlose Lehrer aus dem voll im Brand stehenden Klassenraum gerettet. Die zwei Lehrkräfte aus dem gegenüberliegenden Raum machten sich dann durch Klopfzeichen an der Tür bemerkbar, als Sie die Rettungskräfte auf der Etage hörten. Mit Fluchthauben wurden diese Lehrer umgehend durch einen Trupp der FF Büschdorf in Sicherheit gebracht. Durch mehrere Trupps aus Kanena und Ammendorf wurde das komplette Schulgebäude mit allen Räumen kontrolliert. Dabei wurden zwei weitere Schüler auf der Toilette im 1. Obergeschoss angetroffen. Diese hatten sich in Panik und unter Schock stehend in den Kabinen versteckt. Alle geretteten Personen wurden dem bereitstehenden Rettungsdienst zur ärztlichen Versorgung übergeben. Der Hausmeister war im dunklen Keller vor Schreck gestürzt und saß mit einem gebrochenen Bein im Kellerbereich. Durch die ausgedehnte Durchsuchung im Schulgebäude wurde auch der Hausmeister Patientengerecht gerettet und anschließend versorgt. Obwohl bereits alle vermissten Personen gerettet wurden waren, ging die Suche im Gebäude weiter. Während der Löscharbeiten im Brandraum verbrauchte sich der Atemluftvorrat in den Flaschen enorm. Einer, von den bereitgestellten Rettungstrupps, übernahm die Zügel bei der Brandbekämpfung und die bisher im Brandeinsatz befindlichen Kameraden wurden abgelöst. Ein weiterer Schüler und auch der letzte Schüler wurde noch vollkommen verstört auf dem Dach der Schule gefunden. Die Drehleiter mit Rettungstrage kam wieder zum Einsatz. Mit 4 Kameraden auf dem Dach konnte der nicht gehfähige Schüler aus seiner misslichen Lage befreit werden. Aus dem Brandraum kam der erleichterte Funkspruch "Feuer aus". Nach 45 Minuten waren die Vorbereitungen von eineinhalb Monaten beendet. Nachdem alles wieder zurück gebaut und auf dem Fahrzeugen verladen wurde, zogen die Übungsbeobachter erste Resultate. Die detaillierte Auswertung erfolgte im Nachgang mit den jeweiligen Wehren. Im Großen und Ganzen kann man sehr Stolz auf die Wehren Ammendorf, Büschdorf und Kanena sein. Hier wurde gemeinsam ein schlagfestes Zusammenspiel auf die Beine gestellt.

Wir möchten uns bei allen Bedanken die Ihren Beitrag für die Ausführung dieser Übung geleistet haben. Besten Dank auch dem Schulleiter Herrn Kneissel, den Lehrern und nicht zu vergessen den Schülern. Da diese Übung Abends statt fand, mussten alle Schüler und Lehrer in Ihrer Freizeit noch einmal in die Schule kommen. Danke auch an das Deutsche Rote Kreuz für die geleistete ärztliche Versorgung und dem Schminktrupp des DRK.

Allen Kameraden der Wehren ein herzliches "Gut Wehr" und Allzeit einen unfallfreien Feuerwehrdienst.

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