Einsätze 2012

Schaumschlacht im alten Kellergewölbe

Einsatznummer: 43, Datum: 25. Mai 2012, Zeit: 21.27 Uhr - 01.24 Uhr, Ort: Böllberger Weg, Einsatzart: Brandeinsatz


e12.05.25.06Am Freitagabend wurde gegen 21.15 Uhr ein Hilfeleistungslöschfahrzeug zu einem gemeldeten Ödlandbrand in den Böllberger Weg alarmiert. Anrufer berichteten über eine Rauchentwicklung auf einer Freifläche neben dem neugebauten Sportcenter. Bei Ankunft der Berufsfeuerwehr und ausreichender Lageerkundung konnte der Ödlandbrand in der Form nicht bestätigt werden. Aus dem „harmlosen“ gemeldeten Ödlandbrand entwickelte sich ein Großeinsatz, der sich über Stunden hinzog und den Einsatzkräften die Anstrengung in die Gesichter zeichnete. Auf dem Gelände des noch im Bau befindlichen Sportkomplexes waren früher alte Fabriken. Diese wurden dann im Zuge der Umgestaltung abgerissen und ein Teil neu bebaut. Neben dem Sportkomplex wurden nur die Gebäudeteile oberhalb des Erdbodens entsorgt und die kompletten Kellergeschosse blieben erhalten. Hier handelte es sich um einen großräumigen, sehr unübersichtlichen und verwinkelten, unterirdischen Komplex der ehem. Firma Orbita- Plast Werk.

Diese fertigten damals verschiedene Produkte aus Kunststoff, unter anderem Dachrinnen, an. Reste der Lagerbestände liegen wahrscheinlich heute noch in diesen Kellergewölben. Die Kellergewölbe hatten mehrere kleine und große Öffnungen nach oben, wie zum Beispiel Aufzugsschächte und Belüftungsöffnungen. Aus diesen Öffnungen drang gewaltiger, beißender und dunkler Rauch aus. Es stand nun bei der Lageerkundung fest, dass es in einem alten Kellergewölbe brennt. Der Gruppenführer der Südwache forderte den Rest des Löschzuges und die Ammendorfer Wehr nach. Bei diesem Einsatz mussten alle Einsatzkräfte besonders mit Kopf und Verstand arbeiten. Die Einsatzstelle wurde erstmal großzügig durch die Südwache ausgeleuchtet. Das ganze Gelände war voller Öffnungen und versteckter Löcher, die teilweise abgedeckt oder nur zugewachsen waren. Die Gefährdung der Einsatzkräfte durch Absturz und Rauchgasvergiftung war sehr groß. Die Fahrzeuge wurden rundum den Einsatzort angeordnet und mehrere Wasserversorgungen durch BF und FF aufgebaut. Einige Schaulustige wurden gebeten, aufgrund der Rauchentwicklung, sich einige Meter von der Einsatzstelle zu entfernen. Eine erneute großräumige Lageerkundung wurde durchgeführt. Der Betreiber des Geländes wurde zur Einsatzstelle beordert und konnte einige wichtige Hinweise zum Aufbau der unterirdischen Anlage geben. Durch einen Ammendorfer Trupp und einen Gruppenführer wurde der einzige, noch zu Fuß frei zugängliche Eingang aufgesucht und kontrolliert. Der Eingang führte über eine schmale Betonwendeltreppe über fünf Meter tief unter die Erde. Dort fanden sich mehrere Gänge und viele Räume. Die Erkundung wurde nur im Eingangsbereich durchgeführt, um die Gefährdung für die Einsatzkräfte auszuschließen. Teile der Zwischendecken im Gewölbe waren vermutlich schon eingestürzt und der Weg mit Gefahrenquellen übersät. Während des Einsatzverlaufes ergaben sich keinerlei Hinweise auf verletzte oder vermisste Personen im Bereich des Kellergewölbes. Nach entsprechender Abwägung der Risiken und vorliegenden Informationen kam ein Innenangriff auch auf Grund der komplizierten örtlichen Verhältnisse nicht mehr in Frage. Der Brand in dem Kellergewölbe wurde mit einem Schaumeinsatz gelöscht. Der Einsatz dauerte bis weit nach Mitternacht. Es waren 13 Einsatzfahrzeuge nötig, um den Einsatzablauf und damit auch die Löscherfolge sicherzustellen. Von der Südwache und der Hauptwache wurden sämtliche Schaummittelvorräte zur Einsatzstelle transportiert. Die fünf Meter hohen Hallen unter der Erdoberfläche wurden durch mehrere Trupps der Südwache und der Ammendorfer Wehr unter Atemschutz mit Schaum gefüllt. Dies war die einzige und wirkungsvollste  Methode, um einen schnellen Löscherfolg zu gewährleisten. Durch das Aufbringen des Schaumes wurde die Sauerstoffzufuhr unterbrochen und der Brand so erstickt. Zum Ende des Einsatzes hatten sich alle Einsatzkräfte die Einsatzversorgung redlich verdient. Die 40 Einsatzkräfte brachten im Einsatzverlauf über 50000 Liter Wasser-Schaum-Gemisch in das Brandobjekt. Die Einsatzfahrzeuge wurden durch die Kameraden noch in der Nacht wieder aufgerüstet, um für den nächsten Einsatz zur Verfügung zu stehen.

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