Einsätze 2012

Massenkarambolage auf der Bundesautobahn 38

Einsatznummer: 100, Datum: 15. November 2012, Zeit: 08.12 Uhr - 13.10 Uhr, Ort: BAB 38, Einsatzart: Verkehrsunfall


e12.11.15.44Der Deutsche Wetterdienst hatte am frühen Donnerstag vor Nebel und glatten Straßen gewarnt. So war der Weg zur Arbeit für viele Verkehrsteilnehmer kein Zuckerschlecken. Als gegen 7.45 Uhr mehrere Notrufe über einen Verkehrsunfall die Leitstelle in Merseburg erreichten, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, dass es sich hier um einen Verkehrsunfall mit einer größeren Personenanzahl handelt. Die ersten Rettungskräfte waren nur wenige Minuten später am Einsatzort. Die Lageerkundung war sehr umfangreich. Der Verkehrsunfall ereignete sich auf der Bundesautobahn 38 in Fahrtrichtung Göttingen hinter der Abfahrt Querfuhrt. Die Einsatzstelle war auf einer Brücke und zog sich mehrere hunderte Meter. Schnell war klar, dass dieses Ereignis nicht ohne weitere Hilfe händelbar war. Die Leitstelle Halle wurde um landkreisübergreifende Hilfe gebeten. Als kurz nach 8.00 Uhr die MANV- und SEG Schleifen alarmiert worden, rüsteten sich innerhalb kürzester Zeit rund 100 Einsatzkräfte aus und begaben sich auf dem Weg zum Einsatzort. Hinter dem MANV-Konzept (Massenanfall von Verletzten) verbergen sich Kräfte der Feuerwehr, die in kürzester Zeit mit dem Abrollcontainer „BHP50“ ausrücken und an der Einsatzstelle einen Behandlungsplatz herstellen und betreiben können. Innerhalb eines Zeitraumes von einer Stunde können so 50 Patienten in unterschiedlichen Kategorien, 10 Verletzte in rot, 20 Verletzte in gelb und 20 Verletzte in grün, versorgt werden, dieses für zwei Durchläufe sicherstellen und dabei autark handlungsfähig sein.

Die alarmierten Kräfte bestehen zu einem Großteil aus ehrenamtlichen Rettern von den Ortswehren Ammendorf, Büschdorf und Kanena. Die Berufsfeuerwehr kümmerte sich um den Transport des Containers und aller benötigter Materialien. So rückte auch die Ammendorfer Wehr mit 19 Einsatzkräften aus, um schnelle Hilfe zu leisten. Auf der Anfahrt wurden alle alarmierten Kräfte von der Leitstelle auf gefährlich glatte Straßen hingewiesen. Durch die Alarmierung der SEG wurden weitere Rettungsmittel zum Einsatzort entsandt. Bei unserem Eintreffen verschafften sich die Zug- und Gruppenführer eine Lage über den Einsatz und bekamen vom Einsatzleiter einen Einsatzabschnitt übergeben. Uns wurde der Einsatzabschnitt Rettung und Evakuierung zugeteilt. Die Notärzte verschafften sich im Vorfeld einen Überblick über die Anzahl der Verletzten und deren Verletzungsgrade. Nur so kann eine schnelle Rettung akut verletzter Personen sichergestellt werden. Zusammen mit den Kameraden aus Büschdorf und Kanena, wurden alle Personen aus den Fahrzeugen gerettet und durch uns aus dem Trümmerfeld transportiert. Eine von uns eingerichtete und betreute Übergabestelle diente zur Erfassung aller geretteten Personen und deren Verbleib. Es wurde genau dokumentiert, welche Verletzung vorlag und wohin die Person gebracht wurde. Ein Großteil wurde nur leicht bzw. nicht verletzt und konnte zum Aufwärmen in bereitgestellte Busse gebracht werden. Die kalten Temperaturen machten nicht nur den Einsatzkräften zu schaffen, sondern sorgten für Unterkühlungen der am Unfall beteiligten Personen. Wir versorgten die Geretteten mit warmen Decken und heißen Getränken. Gegen Ende des Einsatzes, wo die Rettungskräfte langsam zu Ruhe gekommen waren, wurde das erschreckende Bild sichtbar. Bei dem Massencrash waren 50 PKW und 8 LKW beteiligt. Es wurden vier Personen schwer und 31 mittel bis leicht verletzt. Insgesamt wurden über 70 Personen durch die Rettungskräfte gerettet. Dass bei dem Unfall keiner getötet und nicht mehr verletzt worden waren, grenzt an ein Wunder. Der Anblick der Fahrzeuge lässt einem den Schauer über den Rücken laufen. Für die MANV-Gruppe war dies der erste große Einsatz nach Inbetriebnahme des BHP50-Containers. Eine kurze Auswertung am Einsatzort ließ ein sehr gutes Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen erkennen. Zu Erwähnen ist an dieser Stelle nochmals, dass fast alle Feuerwehrkräfte einer anderen Arbeitstätigkeit nachgehen und die Rettung ehrenamtlich machen. Mit anderen Worten, wenn die Arbeitgeber kein Verständnis für die Feuerwehr hätten, würden nicht annähernd so viele Rettungskräfte zur Verfügung stehen. Danke an die 19 Ammendorfer Kameraden und deren Arbeitgeber.

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